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Meine Vogelhaltung

"Wir hatten früher auch immer einen Wellensittich..."

Diesen Satz höre ich von den meisten meiner Besucher. Auch ich hatte früher als Kind einen Wellensittich, danach nochmals einen Welli und dann noch einen Kanarienvogel. So bekam auch meine Tochter Lea im Jahr 2000 von ihrer Tante ein Pärchen Wellensittiche geschenkt, weil diese der Vögel überdrüssig war. Zunächst standen die beiden Vögel im Zimmer meiner Tochter, wo sie täglich Freiflug hatten und auf ihrem Sitzzweig mit Schaukel verweilten. Nach einiger Zeit wurde das tägliche Staubsaugen doch zu mühsam und es reifte der Plan, einen größeren Käfig auf der Terrasse zu bauen, damit wir evtl. auch noch 2-3 weitere Vögel dazu nehmen könnten.... (haha)

Die 1. Voliere war 1,5x0,8x2m aus Holz, fahrbar und mit Schublade. Nach Information vom Veterinäramt zu den Mindestanforderungen war diese jedoch zu klein, denn ich wollte eine Zuchtgenehmigung, damit unsere Wellis auch Eier legen durften.

Deshalb war die 2. Voliere dann 2x1x2m aus Aluminium, fahrbar und mit 2 Schubladen. Hinzu kamen dann noch 7 Zuchtboxen 1x0,5x0x5m aus Alu und eine Kleinvoliere für Jungvögel... Für meine Tochter war es jedesmal ein Ereignis, wenn sie beim Beringen der Jungvögel behilflich sein durfte und bei mir war das gefiederte Hobby fast zur Sucht geworden... Im Jahr 2005 bekam ich dann auf dem Gelände meiner Nachbarin die Möglichkeit zum Bau einer Großvoliere, die ich auch 2007 beim Umzug in mein eigenes Heim übernommen habe.

Alle Vögel werden ganzjährig in einer Gemeinschaftsvoliere gehalten.

Der Außenbereich beträgt 54m² bei 2,2m Höhe, der Innenbereich umfasst 32m² bei 2m Höhe. Alles ist insgesamt unterteilt in 3 Bereiche: Großsittiche, Wellensittiche und Kanarien/Zebrafinken. 

Das Futter besteht aus Körnermischfutter, wenig Sonnenblumenkernen und Kolbenhirse. Ebenso sind stets Äpfel, Vogelmiere sowie frische Äste und Zweige auf dem Speiseplan. Ab dem Frühling bekommt die Vogelschar Gänseblümchen- und Löwenzahnblüten, später dann Hühnerhirse und andere Gräser, Vogelknöterich, Breit- u. Spitzwegerich, Hirtentäschelkraut sowie die im eigenen Garten angesäten Hirsearten in halbreifem Zustand. Im Spätjahr gibt es größere Portionen Beeren von Eberesche, Feuerdorn, Mais und halbreife Sonnenblumen.  Zur ständigen Aufnahme gibt es ganzjährig Mineralfutter, Grit, Jodsteine, Eifutter und hartgekochte Hühnereier (halbiert mit Schale).

Von einem Zuchtkollegen übernahm ich ein altes "Geheimrezept": Oregano gerebelt 10g auf 1 kg Eifutter untergemischt! Oregano bekämpft alle Salmonellenarten, Bakterien, Pilzarten, und Kokziodose und verhindert Durchfallerkrankungen. Oregano enthält ein natürliches Antibiotikum, ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe, die von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich in der Zusammensetzung sind. Dies ist der entscheidende Vorteil, denn dadurch können sich die Bakterien nicht darauf einstellen wie beim künstlich erzeugten Antibiotikum, gegen die der größte Teil der Bakterien bereits resistent ist oder durch mehrmaliges Verabreichen resistent wird.

Als Sitzstangen verwende ich hauptsächlich Äste von Holunder, Haselnuss und Gewöhnliche Waldrebe (Liane). Der Holunder bietet durch seine grobe und doch weiche Rinde den idealen Halt für die Vogelkrallen, zumal die Vögel bedingt durch die Volierengröße relativ hohe Geschwindigkeiten erreichen und auf glatten Stangen dann doch leicht abrutschen können. Die Lianen lassen die Voliere in einer wilden und "natürlichen" Atmosphäre erscheinen. Selbstverständlich bieten die Natursitzstangen den Vögeln auch so manchen Leckerbissen durch Kleinstlebewesen, die Rinde enthält wichtige Mineralstoffe und die Krallen werden auf natürliche Weise abgenutzt.

Obwohl für Menschen giftig, "freuen" sich meine Vögel jedesmal, wenn frische Zweige von Thuja oder Zypressensträuchern in die Voliere kommen. Sie stürzen sich regelrecht darauf und "ernten" die Beeren und zarten Blättchen ab. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass diese Zweige und Äste auch nach 1-2 Wochen noch ansehnlich sind, sie welken nicht schon am nächsten Tag, wie die sonst meist gereichten Äste von Weiden oder Obstbäumen.

  Kontakt

  Bernd Hoger

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